#2 Vor dem Abschied

Shownotes

Gesprochen von Jacqueline Belle

Themen dieser Folge:

Die Zeit vor dem Tod eines Kindes Abschied, wenn der Tod absehbar ist Eltern zwischen Funktionieren, Erstarren und Schock Rolle und Möglichkeiten von Mitfühlenden Impulse für Eltern 3-3-3-Regel zur Orientierung Entscheidung zum Sehen und Begleiten des Kindes Gestaltung eines würdevollen Abschieds Abschiedsgeschenke und Erinnerungsstücke Geschwisterbetreuung Umfeld informieren Vertretung und Unterstützung organisieren Sternenkindfotografie (auch im 1. Trimester) Kurze Wege in die Natur Nach Ablauf und Zeitplan fragen Begleitung beim Abschied Rolle von Mutter, Vater und Umfeld Einen Namen für das Kind finden Impulse für Mitfühlende Gefühle mitteilen, ohne Antworten zu erwarten Sich selbst informieren Konkrete Unterstützung anbieten Einfache Informationen teilen Gedanken notieren, nicht vorschnell teilen Eigene Recherche zu Anlaufstellen Eigene Sichtweisen reflektieren

Weiterführend sternenkinder.org Hauptbuch Sternenkindermappe und Begleitbuch Schimmer wirken (Buch, E-Book, PDF, Hörbuch)

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00:00:03: Vor dem Abschied.

00:00:05: An die Eltern des Sternenkinds.

00:00:08: Nicht immer tritt er tot und damit er Abschied plötzlich ein.

00:00:11: Vor manchen Abschieden gibt es eine Zeit, in der das Kind lebt, aber der baldige Tod unausweichlich bevorsteht.

00:00:18: Dabei kann es sich um Stunden, wenige Tage oder manchmal auch Wochen handeln.

00:00:23: Das kleine Herz schlägt noch, aber die anderen Zeichen und Werte des Körpers sind eindeutig.

00:00:30: Meist befinden sich die Eltern im Krankenhaus.

00:00:32: Sie müssen Fragen beantworten und die Informationen verarbeiten, obwohl sie nur noch atmen können.

00:00:39: An die Eltern des Sternenkindes und die Mitfühlenden.

00:00:43: Die Eltern funktionieren nur noch.

00:00:45: Sie lassen sich vom medizinischen Fachpersonal oder vom Schock leiten.

00:00:49: Manche brauchen jetzt Listen, Aufgaben, etwas zu tun.

00:00:53: Sie können körperlich nicht zur Ruhe kommen.

00:00:56: Andere erstarren und verharren in sich.

00:01:00: Alle ein, ihr Kind wird sterben.

00:01:05: Die mit fühlenden und mitdenkenden glauben nichts tun zu können.

00:01:09: Das Gegenteil ist der Fall.

00:01:10: Gerade jetzt können sie am meisten bewirken, indem sie beobachten, sich nach den Eltern richten und sich vorbereiten.

00:01:17: Es gibt einiges, das jetzt gekauft, gebastelt oder besorgt werden kann, von den Großeltern, Geschwistern, Tanten, Onkeln, Cousins, Cousinen der Familie und auch vom Freundeskreis.

00:01:28: Wichtige Möglichkeiten sind in der Sternenkennermappe aufgeführt.

00:01:31: Weitere finden sich in Leitfäden von immer mehr Organisationen, so wie in der Sternenkennermappe als Buch, E-Book, PDF und Hörbuch oder in sozialen Medien und über Sternenkinder.org.

00:01:51: Was Eltern vor dem Abschied tun können?

00:01:55: Die Drei-Drei-Drei-Regel nutzen.

00:01:58: Wenn es scheint, als würde die Realität nicht stimmen.

00:02:01: Wenn ich sein soll, was nicht sein darf, kann es helfen, sich mit der Umgebung zu verbinden und zumindest zu funktionieren.

00:02:08: Welche drei Dinge sehe ich?

00:02:10: Welche drei Geräusche höre ich?

00:02:12: Welche drei Dinge spüre ich oder kann ich ertasten?

00:02:18: Möchten Sie Ihr Kind sehen?

00:02:20: Für das medizinische Personal ist diese Frage nicht ungewöhnlich und sie wird gestellt.

00:02:25: Es gilt sich selbst zu vertrauen und im Zweifel Ja zu sagen.

00:02:29: So fremd dieser Gedanke im ersten Moment wirkt.

00:02:32: Mit der Zeit empfinden viele Eltern Dankbarkeit, dieser Begegnung Raum gegeben zu haben.

00:02:38: Dekoration organisieren.

00:02:40: Der Abschied von einem toten Kind ist ein einzigartiger Moment.

00:02:44: Für viele der erste Anblick, für alle der Letzte.

00:02:49: Mit Kerzen, Kissen, Musik oder anderem lässt sich Würde spürbar machen.

00:02:54: Für die Organisation der Atmosphäre gerne mitfühlende Einbeziehen.

00:03:01: Mitmenschen informieren.

00:03:03: Allen erleichtert es einiges, wenn das private und berufliche Umfeld frühzeitig Bescheid weiß.

00:03:08: Es spielt keine Rolle, ob schriftlich oder mündlich, Wichtig ist nur, sich selbst zu vertrauen, wie viel und wie ausführlich erzählt wird.

00:03:18: Geschenk mitnehmen.

00:03:20: Schwangerschaftsgeschenke wie Kuscheltiere oder Spielzeug eignen sich zum Abschied, zum letzten Anblick.

00:03:26: Wenn kein Geschenk vorhanden ist, kann noch eins besorgt werden.

00:03:29: Eine Geste, direkt an das Kind gerichtet, wirkt meist besänftigend und wird für viele zur wichtigen Erinnerung.

00:03:37: Geschwisterbetreuung organisieren.

00:03:40: Wenn das Kind Geschwister hat, stellen sich viele Fragen wie, wer kümmert sich während des Abschieds um sie und für wie lange?

00:03:47: Was soll den Geschwistern erzählt werden?

00:03:49: Wie werden die Geschwister eingebunden?

00:03:51: Anlaufstelle wie Trostiger und andere Initiativen bieten kostenfreie Leitfäden.

00:03:58: Vertretung für sich finden.

00:04:00: Es kann dauern, bis die eigenen Kräfte wieder für das Allernötigste reichen.

00:04:04: Dann braucht es Unterstützung.

00:04:06: Wer kümmert sich zum Beispiel bei der Selbstständigkeit um Aufträge, wer übernimmt pflegebedürftige Angehörige oder die Betreuung der Jugendgruppe?

00:04:16: Nach Ablauf- und Zeitplanfragen.

00:04:19: In der Regel informiert das medizinische Personal darüber, was notwendig ist und schenkt so viel Zeit wie möglich ist.

00:04:26: Trotzdem empfehle ich nachzufragen, was als nichts ist geschieht.

00:04:29: Das kann zu hilfreichen Antworten führen.

00:04:34: Spazieren in der Natur.

00:04:36: Der bevorstehende Tod des eigenen Kindes konfrontiert mit dem Kreislauf des Lebens in seiner schlimmsten Form.

00:04:43: Selbst ein Spaziergang im Hinterhof des Krankenhauses mit Blick zum Himmel und Naturgeräuschen kann das Atmen erleichtern.

00:04:52: Fotos Sternenkind-Fotografie wird deutschlandweit ehrenamtlich und kostenlos angeboten.

00:04:59: Der Gedanke, ein totes Kind zu fotografieren, kann abschrecken.

00:05:03: Doch ob professionell oder selbst fotografiert, später können die Fotos von großer Bedeutung sein.

00:05:10: Übrigens sind Fotos auch im ersten Trimester möglich.

00:05:15: Wer ist beim Abschied dabei?

00:05:18: Wenn der Vater des Kindes nicht dabei ist, sind vertraute Personen eine wertvolle Stütze.

00:05:23: Allein zu sein, kann in diesem Moment sehr überfordern.

00:05:26: Gerade wenn Scham oder Angst mitschwingen, ist eine weitere Begleitung besonders hilfreich.

00:05:32: Manche Einrichtungen bieten Begleitungen an.

00:05:38: Hat das Kind Mutter und Vater?

00:05:41: Meist steht die Mutter im Mittelpunkt.

00:05:44: Bei ihr kann das Gefühl entstehen, sie müsse alles allein wissen, alles allein tragen.

00:05:49: Doch das stimmt nicht.

00:05:50: Ob sie ihre Liebe zeigen können oder nicht, jedes Kind hat einen Vater und ein Umfeld.

00:06:00: Namen überlegen.

00:06:02: Unabhängig davon, wie sich die Beziehung, Verbindung und Gefühle zum Sternenkind entwickeln, hilft es dem Kind, einen Namen zu geben.

00:06:09: Und wann immer möglich, das Kind beim Namen zu nennen.

00:06:19: Was Mitfühlende vor dem Abschied tun können.

00:06:23: Nur Gefühle und Impulse mitteilen.

00:06:26: Wenn der Abschied noch bevorsteht, können Fragen überfordern.

00:06:30: Auf die wenigsten Fragen gibt es Antworten.

00:06:33: Und die wenigen, die es gibt, sind tragisch.

00:06:36: Das damit verbundene Mitgefühl kommt trotzdem an.

00:06:40: Nur nicht immer sofort.

00:06:41: Es kann Wochen dauern oder Monate.

00:06:46: Informieren, wie der Abschied abläuft.

00:06:48: Fragen zeigen Wertschätzung und Anteilnahme.

00:06:51: Doch Antworten brauchen Zeit.

00:06:53: Bis dahin lässt sich vieles selbst nachlesen.

00:06:56: Oft wächst erst viel später eine stille Dankbarkeit, weil das Fragenstellen zeigt, dass Menschen in Gedanken mitgegangen sind.

00:07:04: Selbst recherchieren.

00:07:06: Viele wünschen sich am Anfang Gespräche mit Menschen, die Ähnliches erlebt haben.

00:07:10: Oft fehlt jedoch die Kraft, passende Anlaufstellen selbst zu finden.

00:07:14: Hier können Mitfühlende unterstützen und zur gegebenen Zeit vorsichtig darauf hinweisen.

00:07:20: Gedanken notieren, noch nicht teilen.

00:07:24: Mitfühlenden fehlen oft Antworten, genauso wie vielen Betroffenen.

00:07:28: Mit der Zeit ordnet sich manches.

00:07:30: Wenn der Moment gekommen ist, erzählen viele Betroffene von ihren Erfahrungen sogar sehr gern.

00:07:36: Bis dahin die Fragen aufschreiben.

00:07:38: Das ist ein großes Zeichen von Mitgefühl.

00:07:42: Einfache Informationen teilen.

00:07:45: Auch wenn sie die Gefühle oft nicht ausdrücken, viele sind dankbar über klare Impulse wie Musiktitel, Gedichte oder Informationen zu Bestattungsmöglichkeiten.

00:07:54: Nur bitte keine Antwort erwarten.

00:08:00: Unterstützung ohne Fragen anbieten.

00:08:02: Mützchen häkeln, Steinchen bemahlen, Kerzen verziehen, Essen vorkochen.

00:08:07: Schon allein das Angebot vermittelt Wärme, solange es keinen Druck auslöst, weil eine Reaktion erwartet wird.

00:08:13: Nur konkret sollte es sein.

00:08:16: Ist es ein Kind?

00:08:19: In Deutschland gibt es darauf keine eindeutige Antwort.

00:08:22: Mehr dazu im Teil Sternenkinder.

00:08:25: Doch für viele kann ihr eigenes Sternenkind genau diese Gewissheit schaffen, die anderen lebenslang fehlt.

00:08:31: Jede Person darf auf ihre eigene und sich wandelnde Sichtweise achten.

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